Erfahrungen mit der TimeCapsule

Mit zunehmender Nutzung des Computers wird eine effektive Sicherung der erstellten Daten immer wichtiger.
Unter OS X ist das On-Board-Mittel TimeMachine dazu natürlich das Mittel der Wahl. Eine Speicherung auf einer kleinen externen Festplatte ist damit überhaupt kein Problem, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass TimeMachine die ganze Platte für sich in Anspruch nimmt und keine weiteren Benutzerdaten darauf erlaubt.

Die optimale Lösung ist aber ein Netzlaufwerk, das über WLAN erreichbar ist und das gleichzeitig mehrere Funktionen erfüllt, bzw. erfüllen soll:

- Herstellung der Verbindung mit dem Internet (Routerfunktion)
- Bereitstellung eines Gastnetzwerks (ohne Zugriff auf Netzlaufwerke, Drucker, etc.)
- Bereitstellung von Netzlaufwerken für TimeMachine, auch für mehrere Rechner
- Bereitstellung von Netzwerkfreigaben für verschiedene Benutzer
- Bereitstellung einer gemeinsamen Netzwerkfreigabe für Mediendateien (z.B. die iTunes-Mediathek)
- Zugriffsmöglichkeit auf die gespeicherten Daten aus dem Internet

Hierzu habe ich längere Zeit nach einer optimalen Lösung gesucht und ich bin dabei auf die TimeCapsule von Apple gestoßen. Sie ist zugegebenermaßen nicht gerade günstig, bietet aber auf der anderen Seite wirklich eine ganze Reihe von Funktionen. Hier beschreibe ich meine Erfahrungen im Zusammenhang mit der Installation der TimeCapsule. Vielleicht kann mein Bericht dem ein oder anderen helfen, seine Einrichtung der TC etwas zu verkürzen oder wenigstens weniger Nerven dabei zu lassen. (Die Informationen, die hier zu finden sind, habe ich teilweise vom Apple-Support nicht bekommen können.)

Voraussetzung für eine erfolgreiche Installation der TC ist die aktuellste Version des “Airport-Dienstprogramms” das unter den Dienstprogrammen zu finden ist. Es ist auf jeden Fall ratsam, die Softwareaktualisierung einmal laufen zu lassen, um sicher zu sein, dass man auch die aktuellste Version verwendet. Hier ist die Version 6.0 (600.92) beschrieben.
Startet man das Airport-Dienstprogramm, sucht es automatisch nach AirPorts und TimeCapsules in der Umgebung. Wird eine nicht konfigurierte TC gefunden (deren LED orange blinkt), startet das Programm automatisch den Konfigurationsassistenten. Dort kann man auswählen, ob die zu konfigurierende TC in ein bestehendes Netzwerk integriert werden soll, ob ein neues Funknetzwerk damit aufgebaut werden soll oder ob die TC ein älteres Gerät (z.B. einen Router) ersetzen soll. Letztere Option traf auf mich zu und so wählte ich diese. Das Konfigurationsprogramm versucht nun das Netzwerk zu analysieren und die Daten aus dem Router zu übernehmen – kurzum: Bei mir hat es nicht funktioniert. Ich hatte ein Netzwerk mit festen IPs aufgebaut, das nicht richtig erkannt wurde.
Nach dem Zurücksetzen der TC (Stromzufuhr trennen, Reset-Knopf auf der Rückseite mit Büroklammer eindrücken, Stromzufuhr wiederherstellen und dabei den Reset-Knopf gedrückt halten, bis die LED anfängt schnell orange zu blinken; die TC startet daraufhin neu) ging es also von vorne los, dieses Mal mit der Option: TC baut ein neues Netzwerk auf. Mit dieser Option wurde das Kabelmodem sofort richtig erkannt und die Verbindung zum Internet damit hergestellt. Die TC wurde als DHCP-Server eingerichtet, natürlich in einem völlig anderen IP-Bereich. Da ich eine Überarbeitung meiner Netzwerkstruktur ohnehin in Betracht gezogen hatte, akzeptierte ich diese Einstellung und änderte die Netzwerkeinstellungen auf allen anderen Geräten. Der DHCP-Bereich reicht standardmäßig bis 200, so dass man darüber feste IPs vergeben kann. Hier ist zum Beispiel ein Netzwerkdrucker konfiguriert, der über seine MAC-Adresse stets dieselbe IP-Adresse erhält, damit von jedem Gerät aus der Zugriff auf sein Webinterface möglich ist.
Nachdem das Netzwerk neu strukturiert war, begann ich voreilig ein erstes Backup mit der TimeMachine: TimeMachine mit dem Schieber auf “Aus” schalten. Wieder auf “Ein” schalten, Button “Volume auswählen…” drücken, als Laufwerk auf der TC wird “Data” angeboten. Ich habe es gewählt und das Backup über WLAN dauerte ca. 12 Stunden. Danach habe ich die iTunes-Bibliothek auf die TimeCapsule übertragen.

Im Anschluss daran stellte ich fest, dass die Konfiguration noch nicht meinen Vorstellungen entsprach: Das Laufwerk der TC wurde als DATA gemounted und zwar von allen Benutzern, die das Gerätekennwort haben, gleichermaßen. Jeder Benutzer hatte also Zugriff auf sämtliche Daten auf der TC, einschließlich meiner TM-Backups. – Das war so nicht gewollt. Stattdessen sollte jeder Benutzer eine eigene Freigabe haben, auf die nur der jeweilige Nutzer Zugriff hat, sowie eine allgemeine Freigabe, z.B. für die iTunes Mediathek.
Die genauere Untersuchung des AirPort-Dienstprogramms führte zu der Ursache. Startet man das Programm, dauert es ein wenig, bis die Konfiguration aus der TC ausgelesen wird. Dann kann man das Bild anklicken und es erscheint ein Popup-Fenster, in dem die wichtigsten Informationen aufgeführt sind. Über den Button “Bearbeiten” erhält man Zugriff auf die Konfiguration der TC:

  • Basisstation: Hier können der Name und das Kennwort für die TC festgelegt werden. Außerdem wird hier die Dateifreigabe von anderen Rechnern aus (Zugriff auf meinen Mac) freigeschaltet.
  • Internet: Verbindungsdaten für den Aufbau der Internet-Verbindung. (selbstständig erkannt)
  • Drahtlos: Daten des WLAN: Name, Verschlüsselung, Kennwort. (desgleichen für das Gastnetzwerk, das nach Angaben des Apple-Supports noch nicht optimal funktioniert)
  • Netzwerk: Netzwerkeinstellungen. (von Konfigurationsassistent übernommen)
  • Laufwerke: Hier wird die Partitionierung der TC angezeigt und der Zugriff auf die Netzlaufwerke geregelt. Entscheidend ist der Punkt “Laufwerke schützen:”

Mit dem Button hinter “Laufwerke schützen:” lässt sich die TC in mehrere “Modi” umschalten, wie ich hinterher festgestellt habe:
Steht der Button auf “Mit Gerätekennwort” hat jeder, der das Kennwort hat, Zugriff auf alle Dateien auf der TC. Die TC wird gemounted als “Data”, worin sich verschiedene Ordner befinden können. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, die Eigenschaften dieser Ordner so anzupassen, dass der Lese-/Schreibzugriff auf Benutzer begrenzt werden konnte.
Steht der Button auf “Mit Accounts”, so haben nur die Benutzer, für die entsprechende Accounts angelegt werden, mit ihren Passwörtern Zugriff auf ihre Freigaben auf der TC.
Das war es, was ich erreichen wollte und so stellte ich diese Option ein. Ergebnis: Das vorher gesicherte TimeMachine-Backup, sowie die iTunes-Bibliothek waren “weg”. Stattdessen gab es einen neuen Benutzerordner und einen neuen Ordner “Data” – allerdings beide leer.
Also stellte ich wieder zurück auf die Option “Mit Gerätekennwort” und jetzt konnte ich die alten Ordner, die ich vorher angelegt hatte (iTunes-Mediathek) und das alte TimeMachine Backup wieder sehen.
Zusätzlich waren andere Ordner vorhanden: Ein Ordner “Users”, in dem die Account-Benutzerverzeichnisse erstellt waren, und ein Ordner “Shared”, der der leere (neue) “Data”-Ordner im Account-Zugang war.
Also kopierte ich die iTunes-Mediathek aus dem alten Ordner “Data” in den neuen Ordner “Shared”.
Über das TimeMachine-Backup habe ich mir viel zu viele Gedanken gemacht. Im Netz gibt es viele Anleitungen dazu, wie man ein Backup von einer Festplatte auf eine andere “umzieht”. Aber bei mir war es ja nur ein anderes (Benutzer-)Verzeichnis auf derselben Festplatte. Also schaltete ich die TimeMachine aus und zog das Image einfach per Drag&Drop in meinen neu erstellten Benutzerordner. Nach der Umstellung auf den “Account”-Modus erschien die iTunes-Mediathek nun im Ordner “Data”, auf den alle Benutzer Zugriff haben. Nach der Re-Aktivierung der TimeMachine und der Auswahl des Volumen “Mein Benutzeraccount” auf der TC wurde auch das Image korrekt erkannt und die Backups werden nun zugriffsgeschützt im privaten Account-Ordner erstellt. – Puh!

Um den Zugriff aus dem Internet kümmere ich mich später mal.

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